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    Steve Jobs: Die Botschaft eines visionären und kreativen Genies

    Steve Jobs auf YouTube

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    Wie Sie in den Medien sicherlich schon erfahren haben, ist Steve Jobs ( 24. Februar 1955 - 5. Oktober 2011) - Mitgründer und langjähriger CEO von Apple Inc. und eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Computerindustrie – gestern im Alter von nur 56 Jahren nach langer Krankheit verstorben.

    Er war ein „visionäres und kreatives Genie“ und hat uns allen mit seiner Rede vor Graduierten im Juni 2005 an der Stanford University eine beeindruckende Botschaft hinterlassen, die wir für wichtig genug halten, um sie hier zu veröffentlichen:

    * * *

    „Ich fühle mich geehrt heute hier bei Euch zu sein, bei Eurer Abschlussfeier an einer der besten Universitäten, die es auf der Welt gibt. Um die Wahrheit zu sagen, ich habe nie eine Hochschule abgeschlossen, und jetzt gerade bin an dem Punkt, der einem Hochschulabschluss wohl am nächsten kommt.

    Heute will ich Euch drei Geschichten aus meinem Leben erzählen. Das ist alles. Keine große Sache. Nur drei Geschichten.



    Die erste Geschichte handelt von dem Verbinden der Punkte.

    Ich bin nach sechs Monaten aus dem Reed College ausgeschieden, aber weiterhin dort verblieben für weitere 18 Monate, bevor ich wirklich ganz gegangen bin. Aber warum bin ich ausgeschieden?

    Es begann noch bevor ich geboren wurde. Meine leibliche Mutter war eine junge, unverheiratete College-Absolventin, und sie beschloss, mich zur Adoption freizugeben. Sie hatte sich in den Kopf gesetzt, ich sollte von Leuten adoptiert werden, die einen College-Abschluss besaßen, und sie hatte alles in die Wege geleitet, damit ich bei meiner Geburt von einem Rechtsanwalt und seiner Frau adoptiert würde. Aber als ich auf die Welt kam, beschlossen diese Leute, dass sie doch lieber ein Mädchen wollten. So kam es, dass meine Eltern, die auf einer Warteliste standen, mitten in der Nacht einen Anruf erhielten: „Wir haben einen neugeborenen Jungen, wollen Sie ihn?“ Die Antwort war: „Natürlich.“ Meine leibliche Mutter fand später heraus, dass meine Mutter nie ein College absolviert und mein Vater keinen Highschool-Abschluss hatte. Sie weigerte sich, die Adoptionspapiere zu unterzeichnen. Erst Monate später, als meine Eltern versprochen hatten, dass ich später ein College besuchen würde, gab sie nach. So fing mein Leben an.

    Steve Jobs 2010 MetalGearliquid/Wikipedia17 Jahre später besuchte ich tatsächlich ein College. Aber das war fast so teuer wie Stanford, und meine Ausbildung verschlang die ganzen Ersparnisse meiner aus der Arbeiterschicht stammenden Eltern. Nach sechs Monaten sah ich keinen Sinn mehr darin. Ich hatte keine Ahnung, was ich mit meinem Leben machen wollte, und sah nicht, wie mir das Studium helfen sollte das auszutüfteln. Hier war ich also und gab das ganze Geld aus, was meine Eltern in ihrem ganzen Leben angespart hatten. Also beschloss ich abzubrechen und darauf zu vertrauen, dass ich meinen Weg finden würde. Für mich war dies ein beängstigender Schritt, aber im Rückblick eine der besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen hatte. In dem Moment, als ich abbrach, konnte ich aufhören, die Kurse zu besuchen, die mich nicht interessierten, und anfangen, die zu absolvieren, die viel interessanter aussahen. Dabei war nicht alles romantisch. … Vieles von dem, was mir, getrieben von Neugier und Intuition, auf meinem Weg begegnete, erwies sich später als unbezahlbar.

    Am Reed College wurde damals die wahrscheinlich beste Einführung in die Kunst der Kalligrafie angeboten. Quer durch den ganzen Campus war jedes Poster, jedes Schild auf jeder öffentlichen Fläche wunderschön von Hand mit kalligraphischer Schrift versehen. Da ich die normalen Lehrgänge nicht mehr besuchen musste, beschloss ich, diese Kunst zu lernen. Weil ich ausgetreten war, musste ich keine normale Klasse besuchen, ich entschied mich für einen Kalligraphie Kurs, um zu lernen, wie man das macht. Ich lernte über Serif und San Serif Schriftarten, über die unterschiedliche Größe vom Freiraum zwischen den verschiedenen Buchstabenkombinationen, über das, was großartige Typografie großartig macht. Es war wunderschön, historisch, künstlerisch feinsinnig in einer Art und Weise, wie sie Wissenschaft nicht einfangen kann, und ich fand es faszinierend.

    Nichts von alledem versprach irgendeinen praktischen Nutzen für mein späteres Leben. Aber zehn Jahre später, als wir am ersten Macintosh-Computer arbeiteten, erinnerte ich mich an alles, und wir bauten es in den Mac ein. Es war der erste Computer mit wunderschöner Typografie. Wenn ich diesen einen Kurs besucht niemals hätte, würde der Mac niemals verschiedene Schriften oder proportional aufgeteilte Freiräume in den Schriftarten haben. Und da Windows den Mac einfach kopiert hat, ist es wahrscheinlich, dass überhaupt kein PC sie haben würde. Wenn ich niemals ausgeschieden wäre, hätte ich niemals diesen Kalligraphie-Kurs besucht und PCs hätten nicht die wunderschönen Schriftarten , die sie jetzt haben. Natürlich war es nicht möglich, diese Punkte (Ereignisse) miteinander zu verbinden, als ich noch in die Zukunft blickte, während ich noch auf der Universität war. Aber es war sehr, sehr klar, als ich zehn Jahre später zurückblickte.

    Nochmal, Du kannst Punkte nicht verbinden, wenn Du nach vorne blickst. Du kannst Punkte nur verbinden, wenn Du zurückblickst. Folglich musst Du daran glauben, dass sich die Punkte irgendwie in der Zukunft verbinden werden. Du musst an etwas glauben – Deinen Gott, Schicksal, Leben, Karma oder was auch immer. Denn daran zu glauben, dass sich die Punkte irgendwann entlang des Wegs verbinden werden, wird Euch die Zuversicht geben Eurem Herzen zu folgen, sogar wenn es Euch von dem ausgetretenen Pfad wegführt. Und das wird den ganzen Unterschied ausmachen.

     

    In meiner zweiten Geschichte geht es um Liebe und Verlust.

    Ich hatte Glück – ich stieß schon sehr früh auf die Arbeit, die ich liebe. Mit 20 gründete ich gemeinsam mit Woz in der Garage meiner Eltern Apple. Wir arbeiteten hart, und in zehn Jahren war unser Zweimannbetrieb aus der Garage zu einem Großunternehmen mit zwei Milliarden Dollar Umsatz und über 4000 Angestellten angewachsen. Wir hatten gerade unsere beste Entwicklung – den Macintosh – in Produktion gebracht, ich war gerade 30. Und dann wurde ich gefeuert. Wie kann jemand von einem Unternehmen gefeuert werden, das er gegründet hat? Nun, als Apple größer wurde, stellten wir jemanden ein, von dem ich glaubte, er könne das Unternehmen gemeinsam mit mir führen. Das erste Jahr ging alles gut. Doch mit der Zeit entwickelten wir unterschiedliche Visionen und schließlich kam es zum Bruch. In diesem Streit stellte sich der Vorstand auf seine Seite. Also stand ich mit 30 wieder auf der Straße, unter den Augen der Öffentlichkeit. Das, was mein einziges Ziel meines erwachsenen Lebens war, war nun vorbei, und es war vernichtend.

    Ich wusste einige Monate lang wirklich nicht, was ich tun sollte. Ich hatte mich so gefühlt, als hätte ich die vorangegangene Generation von Unternehmer in Stich gelassen, als hätte ich die Stafette fallen lassen gelassen, genau als diese mir übergeben wurde. Ich habe mich mit David Packard und Bob Noyce getroffen und versucht mich zu entschuldigen, dass ich das alles so schlimm verkorkst hatte. Mein Versagen war ziemlich in die Öffentlichkeit breitgetreten, und ich überlegte sogar, aus dem Valley wegzuziehen. Aber etwas dämmerte mir langsam: ich liebte immer noch, das was ich tat... Ich war zurückgewiesen worden, aber ich liebte es immer noch. Und so Also beschloss ich, von vorn anzufangen.

    Ich hatte es damals nicht gesehen, aber es stellte sich heraus, von Apple gefeuert zu werden, war das Beste, was mir je hätte passieren können. Der Druck des Erfolges war komplett ersetzt worden von der Leichtigkeit wieder ein Anfänger zu sein, weniger sicher in allen Dingen. Es machte mich frei dafür, um in eine der kreativsten Phasen in meinem Leben eintreten zu können.

    In den nächsten fünf Jahren gründete ich eine Firma namens NeXT und eine weitere namens Pixar, und ich verliebte mich in eine wunderbare Frau, die ich später heiraten sollte. Pixar schuf den weltweit ersten computeranimierten Spielfilm, Toy Story, und ist jetzt das erfolgreichste Animationsstudio in der Welt. Eine überraschende Wendung der Umstände wollte, dass NeXT von Apple übernommen wurde, und so kehrte ich zu Apple zurück. Die Technologie, die wir bei NeXT entwickelt hatten, bildet nun das Herzstück für die gegenwärtige Renaissance von Apple. Und Laurene und ich haben zusammen eine wundervolle Familie.

    Ich bin ziemlich sicher, dass all dies nicht passiert wäre, wenn ich nicht bei Apple rausgeflogen wäre. Es war eine wahrlich bittere Medizin, aber es war genau die, die ich brauchte.

    Manchmal wirft einem das Leben einen Ziegelstein an den Kopf. Verliert nie die Zuversicht! Was mich im Leben aufrecht hielt, war die Liebe zu meiner Arbeit – davon bin ich überzeugt. Ihr müsst herausfinden, was Ihr liebt. Und das gilt für die Arbeit genau so wie für die Menschen, die Ihr liebt. Eure Arbeit wird einen großen Teil Eures Lebens ausfüllen, und der einzige Weg zu wirklicher Erfüllung besteht darin, eine Arbeit zu finden, von der man überzeugt ist, es sei eine großartige Arbeit. Wirklich gute Arbeit könnt Ihr nur leisten, wenn Ihr Eure Arbeit liebt. Wenn Ihr diese noch nicht gefunden habt, sucht weiter! Gebt Euch nicht vorschnell zufrieden. Es ist wie mit allen Herzenssachen: Man weiß erst, dass man es hat, wenn man es gefunden hat. Und wie jede großartige Beziehung wird sie im Lauf der Jahre besser und besser. Also schaut Euch um, bis Ihr es gefunden habt. Bleibt nicht stehen.

     

    In meiner dritten Geschichte geht es um den Tod.

    Als ich 17 war, las ich ein Zitat, das ungefähr so klang: „Wenn du jeden Tag so lebst, als wäre es dein letzter, wird es höchstwahrscheinlich irgendwann richtig sein.“ Es hatte mich beeindruckt und seit damals über 33 Jahre habe ich jeden Morgen in den Spiegel geschaut und mich selbst gefragt: „Wenn heute der letzte Tag in meinem Leben wäre, würde ich das tun, was ich mir heute vorgenommen habe zu tun?“ Und jedes Mal, wenn die Antwort mehrere Tage hintereinander „nein“ lautete, wusste ich, ich muss etwas verändern.

    Mich zu erinnern, dass ich bald tot sein werde, war für mich das wichtigste Werkzeug, das mir geholfen hat, alle diese großen Entscheidungen zu treffen. Weil fast alles - alle äußeren Erwartungen, der ganze Stolz, die ganze Angst vor dem Versagen und der Scham – diese Dinge fallen einfach weg angesichts des Todes, und es bleibt nur mehr das, was wirklich wichtig ist. Sich zu erinnern, dass man sterben wird, ist der beste Weg, den ich kenne, um der Falle zu entgehen und zu glauben, man hätte etwas zu verlieren. Du bist bereits nackt. Es gibt keinen Grund, nicht seinem Herzen zu folgen.

    Vor etwa einem Jahr wurde bei mir Krebs diagnostiziert. Ich hatte um 7:30 Uhr eine Ultraschalluntersuchung und die zeigte deutlich einen Tumor auf meiner Bauchspeicheldrüse. Ich wusste nicht einmal, was eine Bauchspeicheldrüse ist. Die Ärzte sagten mir, es handle sich höchst wahrscheinlich um eine unheilbare Krebsart, und ich solle mich darauf einstellen, dass ich noch drei bis sechs Monate zu leben hätte. Der Doktor riet mir, nach Hause zu gehen und meine Sachen in Ordnung zu bringen. Das ist der Code von Medizinern dafür, sich auf den Tod vorzubereiten. Es bedeutet, man muss versuchen, den Kindern in wenigen Monaten das zu sagen, wofür man meinte, noch zehn Jahre lang Zeit zu haben. Es bedeutet, man muss alles in Ordnung bringen, um es der Familie so leicht wie möglich zu machen. Es bedeutet Abschied nehmen.

    Ich lebte den ganzen Tag mit dieser Diagnose. Am Abend wurde eine Biopsie vorgenommen... Ich stand unter Betäubungsmitteln, aber meine Frau, die dabei war, erzählte mir später, dass die Ärzte zu weinen begonnen hätten, als sie die Zellen unter dem Mikroskop betrachteten, denn ich hatte eine ganz seltene, heilbare Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs, die operativ entfernt werden kann. Die Operation wurde durchgeführt, und heute geht es mir wieder gut.

    Da war ich dem Tode am allernächsten gekommen, und ich hoffe, das wird auch so bleiben für die nächsten Jahrzehnten. Das nun durchlebt zu haben, gibt mir die Möglichkeit, Euch mit mehr Gewissheit sagen zu können, dass der Tod ein nützliches, aber rein geistiges Konzept ist.

    Niemand will sterben. Nicht mal Menschen, die in den Himmel kommen wollen, wollen sterben, um dorthin zu gelangen. Und dennoch ist der Tod das Schicksal, das wir alle teilen. Niemand ist jemals entkommen. Und das ist so, wie es sein sollte, denn der Tod ist möglicherweise die beste Erfindung des Lebens. Es ist der Vertreter des Lebens für die Veränderung. Es räumt das Alte weg, um Platz zu machen für das Neue. Gerade jetzt seid das Neue Ihr, aber eines Tages, nicht sehr viel später, werdet Ihr langsam zum Alten gehören und weggeräumt werden. Tut mir Leid, dass ich so dramatisch bin. Aber es ist die Wahrheit.

    Eure Zeit ist begrenzt, also verschwendet sie nicht, indem Ihr anderer Leute Leben lebt. Lasst Euch nicht von Dogmen einfangen, was bedeutet, dass Ihr lebt mit den Ergebnissen dessen, was andere Leute denken. Lasst nicht zu, dass der Lärm fremder Meinungen Eure eigene innere Stimme übertönt. Und vor allem, habt den Mut, Eurem Herzen und Eurer Eingebung zu folgen. Diese wissen irgendwie bereits jetzt, was Ihr wirklich werden wollt. Alles andere ist zweitrangig.

    Als ich jung war, gab es eine großartige Publikation mit dem Titel „The Whole Earth Catalog“, die zu einer der Bibeln meiner Generation wurde. Der Herausgeber war Stewart Brand, der nicht weit von hier in Menlo Park lebte. Mit seiner poetischen Ader hauchte er dem Werk Leben ein. Das war in den späten 60-er, bevor es noch PCs und Desktop Publishing gab, folglich wurde alles mit Schreibmaschinen, Scheren und Polaroid-Kameras gemacht. Es war sowas wie Google in Papierformat, 35 Jahre bevor Google auftauchte: es war ideologisch und überfüllt mit ordentlichen Feinheiten und großartigen Gedanken.

    Stewart und sein Team haben mehrere Versionen vom „The Whole Earh Catalog“ raus gebracht, bis es zum Ende kam und sie eine letzte Finale Version veröffentlichten. Es war Mitte der 70-er, und ich war in Eurem Alter. Auf der Rückseite der letzten Version befand sich eine Abbildung von einer Landstraße früh am Morgen, die Art Landstraße, an der man als Anhalter stehen würde, wenn man ein Abenteurer wäre. Darunter standen die Wörter: „Bleib hungrig, bleib verrückt.“ ["Stay hungry, stay foolish"] Es war ihre finale Nachricht, als sie aufgehört haben. Bleib hungrig. Bleib verrückt. Und dass wünschte ich mir immer für mich selbst. Und jetzt, da Ihr nun die Hochschule abschließt und neu beginnt, wünsche ich Euch dasselbe. „Bleibt hungrig. Bleibt verrückt.“

    * * *

    Sehen Sie hier auf YouTube die von der Stanford University aufgezeichnete vollständige Ansprache im englischen Original:

    http://www.youtube.com/watch?v=D1R-jKKp3NA&noredirect=1

     

    Unser Buchtipp zu diesem Thema:

    Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers

     

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