
Lassen Sie uns einen Blick werfen auf das große Bild. Und was wir sehen, ist: Inflation. Und die Perspektive...
Kann es vielleicht sein, dass Mr. Market an Alzheimer leidet - oder eine sehr schlechte Ausbildung in Geschichte genossen hat?
Ihm scheint völlig entgangen zu sein – oder er hat es schlichtweg vergessen -, womit alle großen Inflationen beginnen: dass nämlich die Regierung Verpflichtungen anhäuft, als würde sie eine alte ägyptische Pyramide bauen...
In Amerika zumindest hat die Tradition, eine Finanzkrise zu überspielen, bereits im 17. Jahrhundert begonnen. Man schrieb das Jahr 1690. Damals sah sich die Kolonialregierung Massachusetts außerstande, ihre Soldaten in Goldbarren zu bezahlen. Die Männer waren von einer Beutezug-Expedition nach Quebec als schmählich Besiegte zurückkehrt. Böse und hungrige Soldaten sind gefährlich. Nicht viel anders verhält es sich mit Subprime Hausbesitzern, die sich der Zwangsvollstreckung gegenübersehen; oder mit gewerkschaftlich organisierten Arbeitern, die die Arbeitslosigkeit auf sich zukommen sehen. Um die Menge zum Schweigen zu bringen, versprachen ihr die Politiker von Massachusetts damals, 1690, sie zu bezahlen – und zwar trotz der Tatsache, dass die Soldaten den Kampf verloren hatten und die Regierung kein Geld hatte, mit dem sie sie überhaupt hätte bezahlen können.
Die Lösung? Papiergeld, natürlich. Die Oberhäupter der Kolonie druckten einfach 7.000 Papierscheine und bereiteten damit den Weg für eine neue Tradition in der amerikanischen Politik. Im Interesse dieses Fiat-Geldes Scheine gaben die Politiker zwei feierliche Versprechen ab:
1) Die Scheine würden vom Steueraufkommen innerhalb von ein paar Jahren in Gold oder Silber eingelöst, und
2) absolut gar keine weiteren Papierscheine würden in Umlauf gebracht werden.
Und die Politiker verpackten ihre Versprechen in einer breit angelegten Goodwill-Kampagne: Vertrauen Sie uns, warben sie. Gold ist doch nur eine "barbarische Reliquie". Wer’s denn glaubt...
Nur sechs Monate später sollte die Druckerpresse wieder eingeschaltet werden. Ja, es fühlte sich so gut an, dass die Schulden mit Hilfe der Druckerpresse schöngeschminkt werden konnten, und hatte einen derart wunderbaren Einfluss auf die Wirtschaft, dass diese Pioniere der Inflation zusätzliche 40.000 solcher Scheine herausgaben!
Einer der führenden puritanischen Gesetzgeber des Zeitalters wurde bekanntermaßen wie folgt zitiert: "Defizite spielen keine Rolle". Aber als diese zweite, viel größere Welle von Papier den Markt erreichte, gerieten die Kaufleute ins Zweifeln. Sie begannen, Goldbarren zu bevorzugen, wodurch dem Papier nur ungefähr 60% seiner vorherigen Kaufkraft blieb. Die Kolonie ging also dazu über, den Wert des Papiergeldes gewaltsam zu stützen - eine Taktik, die später von solch illustren Führern wie Richard Nixon und Robert Mugabe kopiert wurde.
Die Regierung ordnete an, dass ihr Papier gesetzliches Zahlungsmittel sei - zum Nennwert - für alle Schulden und gewährte für alle Steuerzahlungen eine 5%-Prämie auf die Scheine.
Diese Taktik hatte weitreichende verheerende Auswirkungen: immer mehr Angst machte sich breit und in der Folge wurde ein unvermeidlicher Prozess in Gang gesetzt: das schlechte Geld verdrängte das gute Geld. Spanische Silbermünzen, die überall in den Kolonien in Umlauf waren, begannen zu verschwinden. (Sie erinnern sich vielleicht, dasselbe geschah mit den Silberdollars in den 1960er Jahren ... und scheint jetzt mit Goldbarren zu geschehen.) Das Verschwinden des Goldbarrens führte dazu, dass die Druckerpressen verstärkt angekurbelt wurden. 1716 gab Massachusetts weitere 100.000 Scheine aus, die dann von einer "Landesbank" gestützt wurden. Weniger Jahre später, in den 1740er Jahren, schaltete die Kolonie die Druckpressen mehr oder weniger auf Dauer an. Sie kam kaum noch zum Stillstand. Das in Umlauf befindliche Papiergeld stieg von ungefähr 300.000 Scheinen auf mehr als 2,5 Millionen!
Silberdollar
All dieses Geld, das um die Welt schwappte, half, eine der größten spekulativen Manien der Geschichte anzutreiben - die South Sea-Bubble. Es bewirkte auch, dass der Preis für Edelmetalle zuvor ungeahnte Höhen erreichte. Der freie Marktpreis von Silber, der einmal zum Nennwert mit den Scheinen gestanden hatte, lag schließlich zehnmal höher. Innerhalb von ungefähr 60 Jahren hatte Massachusetts sein Versprechen, Gold- und Silbermünzen in bar zurückzuzahlen, in eine Farce verwandelt: Seine Scheine waren jetzt um 90% weniger wert als ihr Nennwert. Der König von England, Georg II., der die unveränderlichen Konjunkturaufschwünge und -zusammenbrüche eines Papierstandards satt hatte (immer gefolgt von einer weiteren, noch größeren Emission des Papiergelds), verjährte deshalb 1751 die Emission jeder Währung, die nicht durch Gold oder Silber unterstützt wurde.
Vor dreihundert Jahren brauchte die damalige Kolonialregierung 60 Jahre, um unser Papiergeld zu zerstören. Es scheint, dass wir in dieser Fähigkeit eine zunehmende Professionalität an den Tag legen.
Nixon nahm Amerika 1971 offiziell von der Goldwährung - vor 37 Jahren. Und all das Geld, das bislang unter der Obama Regierung gedruckt wurde, wo wird das Geld herkommen? Nicht von irgendwelchen Gruben. Und nicht von den Ersparnissen der US-Bürger - wir haben keine. Wo wird es herkommen? Von der Federal Reserve, die die Druckerpressen weiterhin schmiert, damit sie nur ja nicht einrosten.
Es ist schon jetzt abzusehen, dass Obama der größte Gelddrucker in der Geschichte werden wird. Bailouts, wohin man schaut. Inzwischen wird immer mehr Kraft erforderlich sein, um den Wert des Dollars zu bewahren. Goldbarren - Gold und Silber - werden verschwinden. Diese Ereignisse werden Zeit in Anspruch nehmen, um sich zu entfalten. Aber sie werden garantiert eintreten. Die Geschichte lügt nicht.
Bleiben Sie wachsam!
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